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Dreibündenstein Wanderung

Dreibündenstein Wanderung

Am Samstag hab ich mich zu einer Wanderung mit Freunden ins Bündnerland aufgemacht. Die Wanderung führt von Brambrüesch zum Dreibündenstein und weiter nach Feldis und bietet ein spektakuläres Panorama. Da wir an einem Samstag unterwegs waren und nicht mit den anderen Wanderern in Reih und Glied wandern wollten, haben wir die Wanderung umgekehrt gemacht.

Am Samstag hat sich der Herbst noch einmal von seiner besten Seite gezeigt und uns wunderbares Wetter für unsere Wanderung zum Dreibündenstein geschenkt. Wir sind am Morgen früh mit dem Zug nach Chur gefahren und von dort aus weiter mit der Rhätischen Bahn nach Rhäzüns. Von dort sind es etwa sieben Minuten zu Fuß bis zur Talstation der Luftseilbahn. Dank dem RailAway Kombi der SBB hatten wir 20% Rabatt auf die Bergbahnen und mussten nur noch unseren Gutschein umtauschen. Und schon ging es mit einer Luftseilbahn in wenigen Minuten hinauf nach Feldis. Feldis ist ein kleines Bergdörfchen das auf einer Höhe von 1470 Meter liegt und unser Ausgangspunkt der Wanderung. Bereits an der Bergstation wartet das erste Wanderschild und wir folgten dem Wegweiser durch Feldis stetig steigend hinauf Richtung Dreibündenstein.

Vor uns lagen 780 Höhenmeter, die wir bis zum Dreibündenstein zu bewältigen hatten. Ich hatte mir vorher mal das Höhenprofil der Wanderung angeschaut und wusste, dass das eine Herausforderung für mich sein würde. Bisher hatte meine Wanderung auf die Rigi die meisten Höhenmeter und das waren nur 600. Dementsprechend unsicher bin ich also in die Wanderung gestartet. Meine Mitwanderer mussten sich die ersten zwanzig Minuten eine Frage nach der anderen von mir gefallen lassen: „Meint ihr, es bleibt so steil wie hier?“, „Ist das Tempo nicht zu langsam für euch?“ und und und… Alle drei hatten wirklich sehr viel Geduld mit mir und haben mir meine Fragen immer wieder aufs Neue beantwortet. Nachdem ich dann gemerkt habe, dass ich durchaus mit dem Tempo der anderen mithalten kann, habe ich mich ein bisschen entspannt und konnte die Aussicht auch genießen.

Aussicht von der Wanderung

Während der gesamten Wanderung hatten wir einen wunderbaren Blick auf die umliegende Bergwelt, es war wirklich wunderschön. Dazu kam das perfekte Wetter und die bunt gefärbten Blätter der Bäume. Ich konnte zum ersten Mal meinen Arbeitskollegen verstehen, der immer sagt, dass im Oktober und November das beste Licht in den Bergen herrscht. Er hat wirklich Recht!

Die Wanderung auf den Dreibündenstein zählt Tom neben einem Wanderzeichenals Bergwanderung mit der Anforderung T2 und ist durchgehend mit weiß-rot-weißen Zeichen markiert. Der Schweizer Alpen-Club (SAC) hat 2002 eine Wanderskala eingeführt, auf dieser werden Bergwanderungen in ihrer Schwierigkeit bewertet. Bei einer T2-Bergwanderung sind Trittsicherheit und Wanderschuhe empfehlenswert.

Alp da Veulden

Nach etwas mehr als einer Stunde und fünfzehn Minuten sind wir auf der Alp da Veulden angekommen. Sie liegt auf 1942 Metern und besteht aus einzelnen Berghütten, einem Brunnen und einer Bank in der Sonne. Auf dieser haben wir es uns erst mal gemütlich gemacht und uns kurz ausgeruht. Hier oben entstand auch das Titelfoto dieses Beitrags. Ich finde man sieht bereits auf diesem Foto, wie glücklich ich über meine Fortschritte beim Wandern bin. Bis hierher hatte ich bereits 470 Höhenmeter zurückgelegt und war erstaunt und stolz, wie gut ich unterwegs war. Bis zum Gipfel fehlten netto (ohne hoch und runter) nur noch 220 Höhenmeter und ich dachte der Rest wird ein Klacks.

Skulpturen DreibündensteinDie Wanderung führte weiter durch eine wunderschöne Landschaft, vorbei an Holzskulpturen des Bildhauers Stefan Hübscher und weiter bis zur Emser Skihütte Term Bel. Im Hintergrund der Hütte konnte man bereits den steilen Weg hinauf zum Dreibündenstein erkennen. Wir haben uns dafür entschieden, erst den steilen Aufstieg hinter uns zu bringen und dann unser mitgebrachtes Vesper zu essen. Dieser Teil der Wanderung hat mich ganz besonders herausgefordert. Auf weniger als zwei Kilometern werden die restlichen 200 Höhenmeter zurückgelegt und der Weg war für mich teilweise nur mit Hilfe meiner Hände zu bewältigen. Diesen Teil der Wanderung würde ich eher als T3 statt als T2 auf der Wanderskala einstufen. Hier konnte ich das Tempo der anderen nicht mehr halten und habe mich mit Tom in meinem ganz eigenen Tempo den Berg hinauf gekämpft. Es gibt zwei längere steile Abschnitte und danach geht es noch etwa vier mal eine kleine Steigung hinauf, um dahinter wieder runter zu laufen und die nächste kleine Steigung in Angriff zu nehmen. Dieser Teil der Wanderung führt durch eine wunderschöne Hochmoorlandschaft, die ich so noch nie gesehen habe.

Den Dreibündenstein vor Augen

Nachdem ich mich über die letzte kleine Steigung gekämpft hatte, konnte ich in greifbarer Nähe den Dreibündenstein sehen. Ich habe meine letzte Kraft zusammen genommen und bin noch mal voller Energie die letzten Meter zum Gipfel gewandert. Hier haben mich auch schon meine Mitwanderer mit einem breiten Grinsen, High Fives und einem „gut gemacht“ begrüßt.

Dreibündenstein

Ich hätte diesen Beitrag gleich oben auf dem Dreibündenstein schreiben müssen, um meine Emotionen nur annähernd beschreiben zu können. Zum einen war ich völlig überwältigt von der wunderschönen Panoramaaussicht und zum anderen war ich verdammt stolz auf meine Leistung. Ich hatte 780 Höhenmeter zurückgelegt und es tatsächlich bis zum Dreibündenstein geschafft. Das Gefühl war wirklich überwältigend und versteckt hinter meiner Sonnenbrille hab ich auch ein kleines Freudentränchen verdrückt. Erschöpft aber glücklich habe ich mich zu den anderen gesetzt um unsere wohl verdiente Pause zu machen. Nach der Anstrengung und mit dieser tollen Aussicht haben mir meine belegten Brote natürlich gleich noch besser geschmeckt.

Der Abstieg nach Brambrüesch

Nachdem auch Tom sich bei einem Power Nap kurz ausgeruht hat, haben wir uns an den Abstieg gemacht. Dieser Weg war nun wieder breiter und führte teilweise über die Skipiste immer weiter nach unten Richtung Chur. Diese Seite wäre wahrscheinlich angenehmer gewesen zum hochlaufen, dafür hätten wir dann aber einen sehr steilen Abstieg gehabt. Beschwingt von meiner Leistung und einer inneren Zufriedenheit haben wir den Abstieg einmal über eine Wiese abgekürzt und das Hochplateau Brambrüesch in etwas mehr als einer Stunde erreicht. Hier kann man in der Berg Baiz noch einkehren und sich die Sonne ins Gesicht scheinen lassen. Mit einer nostalgischen Vierer-Gondelbahn sind wir zuerst runter bis zum Känzeli, um dort in eine moderne Seilbahn umzusteigen, die uns hinunter nach Chur gebracht hat. Während der Talfahrt schwebt man über einer Downhillstrecke für Biker, die den Berg über eine waghalsige Strecke hinunter fahren.

Die Panoramawanderung Dreibündenstein von Feldis nach Brambrüetsch ist mit 4:30 Stunden angegeben und wir haben sie etwa eine Viertelstunde schneller zurück gelegt. Da wir auf dem Runterweg aber abgekürzt haben, ist die Zeitangabe absolut realistisch. Die beste Jahreszeit für diese Wanderung ist von Juni bis Oktober und ich empfehle dir Wanderstöcke mitzunehmen. Sie sind nicht nur beim steilen Aufstieg eine Hilfe, sondern vor allem beim Abstieg eine wertvolle Unterstützung.

Diese Wanderung hat mich absolut begeistert und ich kann sie nur weiterempfehlen. Sie hat mir gezeigt, zu was ich mittlerweile in der Lage bin und dass ich durchaus mit Anderen mithalten kann. Schön, dass ich so tolle Mitwanderer an meiner Seite hatte, die mich auf dem ganzen Weg unterstützt und motiviert haben.

Vielen Dank, ihr seit die besten!

Wanderbegleiter

 

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