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Abnehmen ohne Sport – ist das überhaupt möglich?

Abnehmen ohne Sport

Muss ich Sport machen, wenn ich abnehmen will? Diese Frage habe ich mir grad am Anfang meiner Ernährungsumstellung oft gestellt. Der Satz „Abnehmen ohne Sport klappt sowieso nicht“, war fest in meinem Kopf verankert. Denn überall liest man wie viel Sport pro Tag nötig ist um seine Pfunde erfolgreich purzeln zu lassen. Deshalb wollte ich unbedingt einen Beitrag zu diesem Thema schreiben: Abnehmen ohne Sport – geht das überhaupt?

Vor allem im Internet und in den sozialen Medien wimmelt es nur so von Bildern von schlanken und durchtrainierten Körpern. Überall findest du Versprechen wie „Eine halbe Stunde Sport pro Tag und du wirst rank und schlank.“ Aber stimmt das wirklich? Muss ich Sport treiben um überhaupt abnehmen zu können? Oder geht es auch ganz ohne Sport?

Bevor ich letztes Jahr mein Leben und meine Ernährung geändert habe, hab ich fast keinen Sport gemacht. Die einzige Bewegung in meinem Alltag waren Spaziergänge mit meinem Hund Tom. Aber die wurden zu dieser Zeit wirklich kurz gehalten und im Schneckentempo absolviert. Manchmal bin ich noch zur Arbeit gelaufen, aber wenn ich ehrlich bin, war der Bus meistens verlockender. Klar, ich bin noch einmal die Woche ins Yoga. Doch Spaß hat es mir aufgrund meiner Körperfülle schon länger keinen mehr gemacht. Und ich denke auch nicht, dass ich dabei viele Kalorien verbrannt habe, denn die meisten Asanas konnte ich nicht korrekt ausführen.

Ich habe mir also nach meinem Fastenaufenthalt die Frage gestellt, wie ich meine Abnahme genau angehen möchte. Dabei habe ich meine Leitplanken festgelegt. Zu denen gehört, dass ich nicht mehr Kalorien zu mir nehme, als ich verbrenne. Durch Sport verbrenne ich mehr Kalorien, dadurch erreiche ich entweder ein höheres Kaloriendefizit oder ich kann die zusätzlichen Kalorien veressen. Da ich absolut kein Freund von Fitness Studios bin und schon einmal in meinem Leben einen ungenutzten Zweijahresvertrag abgeschlossen habe, habe ich mich dagegen entschieden. Ich wollte nicht in einem Studio sitzen, sondern meine Zeit draußen verbringen. Statt straffen und strengen Trainingsplänen habe ich mehr Bewegung in meinen Alltag integriert. Ich bin zum Beispiel täglich zur Arbeit gelaufen oder mit dem Fahrrad gefahren, der Bus war nur in absoluten Zeit-Notfällen erlaubt. Spaziergänge mit Tom wurden von mal zu mal länger und auch anstrengender. Ich habe Aufstiege unterwegs nicht mehr gemieden, sondern habe mir gezielt Routen mit Treppen oder Hügeln ausgesucht.

Im ersten halben Jahr habe ich keinen Sport getrieben

Ich bin immer noch regelmäßig ins Yoga und habe mit den purzelnden Pfunden gemerkt, dass mir die Asanas wieder leichter fallen. Mehr Sport habe ich im ersten Jahr aber nicht gemacht und ich habe trotzdem abgenommen. Und zwar weil ich jede Woche ein Kaloriendefizit erreicht habe. Ich habe mich daran gehalten und weniger gegessen, als ich verbrannt habe. Mit der Mein Sportbuddy Tom und ichAbnahme kam dann aber auch die Lust auf Bewegung und im Frühling konnte ich fast nicht mehr still sitzen. Die Sonne und die wärmeren Temperaturen haben mich nach draußen gelockt und meine Spaziergänge mit Tom wurden immer sportlicher und länger. Irgendwann war es dann sogar soweit, dass ich losjoggen wollte. Ich hab mir also Laufschuhe gekauft und bin von dort an fast nur noch in Sportklamotten mit Tom raus. Zuerst bin ich immer schneller gelaufen, quasi Nordic Walking ohne Stöcke. Zwischendurch bin ich immer wieder ein kleines Stück gejoggt und habe meine Joggingphasen von Woche zu Woche weiter verlängert. Anfangs hatte ich durch mein Übergewicht Probleme mit den Knien. Sobald ich Schmerzen in den Knien hatte, habe ich ein, zwei Tage auf die Joggingphasen verzichtet und bin nur gelaufen. Ich habe die ganze Zeit darauf geachtet, dass ich es langsam angehe und auf meinen Körper höre. Um noch mehr Muskeln aufzubauen, habe ich unterwegs alles genutzt, was sich als Fitnessgerät eignet. An Geländern oder Bänken habe ich Liegestützen gemacht und unterwegs die eine oder andere kräftigende Übung eingebaut.

Und dann kam meine Wanderlust

Meine freien Tage habe ich genutzt um mit Freunden oder der Familie wandern zu gehen. Ich habe mich von Wanderung zu Wanderung immer mehr ins Wandern verliebt und mittlerweile gehört es zu meinen Lieblings-Freizeitbeschäftigungen. Natürlich kann ich jetzt auch immer längere und anspruchsvollere Wanderungen machen und so meinen Kalorienverbrauch erhöhen. Wandern ist der perfekte Sport für alle, die gerne auf tollen Wegen laufen gehen und die Natur lieben. Je nach Fitnesslevel kann eine Tour ausgewählt werden, es findet sich für jeden eine Wanderung, die Spaß macht. Man ist den ganzen Tag draußen an der frischen Luft und hat sich sein Abendessen redlich verdient!

Heute ist es so, dass Sport zu meinem Leben dazugehört. Ich nutze fast jeden Spaziergang mit Tom um je nach Tagesform entweder laufen oder joggen zu gehen. Und meine Übungen unterwegs gehören immer noch fest zum Ablauf dazu. Das Yoga habe ich mittlerweile gegen einen Kraulkurs getauscht, weil ich etwas für meine Arme tun will. Ich denke, dass ich mit regelmäßigem Schwimmen Muskeln aufbauen und meine Haut an diesen Stellen so beim Rückbilden unterstützen kann. Erst vor zwei Wochen habe ich auch wieder mein Fahrrad abgestaubt und es wintertauglich gemacht. Die Lichter sind erneuert und ich möchte den einen oder anderen Arbeitsweg trotz Dunkelheit gerne wieder mit dem Fahrrad zurück legen.

Also muss ich jetzt Sport machen um abzunehmen?

Ich denke mein Beispiel zeigt gut, dass es nicht unbedingt nötig ist Sport zu machen um abzunehmen. Auch ohne Sport kannst du abnehmen, wichtig ist nur, dass du weniger isst als du verbrauchst. Sobald du ein Kaloriendefizit erreichst, wirst du auch abnehmen. Wenn du allerdings Sport machst, ist dein Kalorienverbrauch höher und du kannst mehr essen für die gleiche Abnahme. Sport ist für mich auch eine gute Möglichkeit um z.B. Essenseinladungen auszugleichen. Wenn ich weiß, dass ich Abends essen gehe und mehr Kalorien esse als in meinem Tagesplan vorgesehen, gehe ich eine Stunde laufen. So hab ich ein Polster und kann am Abend ohne schlechtes Gewissen zuschlagen. Zusätzlich fühle ich mich viel fitter, wenn ich meinen Tag mit Sport begonnen habe. Ein anderer wichtiger Punkt ist, dass mir der Sport hilft, meinen Körper zu formen. Ich will nicht nur abnehmen, sondern auch einen sportlicheren Körper haben. Es hilft mir nichts, wenn ich mein Wunschgewicht erreicht habe, dann aber einen schlaffen Körper habe.

Du musst selber herausfinden, was für dich passt. Wenn du überhaupt keine Lust auf Sport hast, kannst du ihn einfach weglassen. Vielleicht kommt mit der Zeit und mit den purzelnden Pfunden auch die Lust auf mehr Bewegung. Und falls du dich für Sport entscheidest, ist es grad mit Übergewicht extrem wichtig, auf deinen Körper zu hören. Übertreibe es nicht, sondern lasse es lieber langsam angehen. Dein Körper muss sich erst mal an die Bewegung gewöhnen.

Falls du jetzt doch Lust auf Bewegung bekommen hast, überlege nicht lange und mach das worauf du Lust hat. Such dir entweder einen Verein, einen Kurs oder zieh ganz einfach deine Sportschuhe an und dreh eine Runde. Jede zusätzliche Bewegung hilft dir auf deinem Weg zum Traumgewicht.

 

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