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Clean Eating – was ist das eigentlich?

Clean Eating

Schon in meinem ersten Blogbeitrag Meine Leitplanken – woran ich mich halte habe ich geschrieben, dass ich mich so natürlich wie möglich ernähre. Seit einiger Zeit ist das Ernährungskonzept Clean Eating in aller Munde. Und auch ich versuche mich so gut wie möglich daran zu halten. Was mit Clean Eating genau gemeint ist, erfährst du in diesem Beitrag.

Schon bevor ich meine Ernährung im Herbst 2016 umgestellt habe, habe ich mich mit den verschiedensten Ernährungsformen befasst. Ich habe jede mögliche Diät, die es auf diesem Planeten gibt, hinter mir. Egal ob Metabolic Balance, Weight Watchers oder Low Carb – alles hat für einen Moment funktioniert und die Pfunde sind gepurzelt. Leider hat mir aber keine der Diäten dauerhaft geholfen und spätestens nach einigen Monaten hatte ich alles, plus ein paar Zusatzpfunde, wieder zugenommen. Vor ungefähr zwei Jahren bin ich dann über den Blog EAT TRAIN LOVE von Kristin Woltmann gestolpert. Fast parallel dazu habe ich mir das damals noch nur in Englisch verfügbare Buch Die Eat-Clean Diät von Tosca Reno gekauft. Sie lebt in den USA und gilt als Vorreiterin für das Ernährungskonzept Clean Eating. Mit diesen beiden Unterstützerinnen habe ich schon damals meine ersten Schritte in Richtung Clean Eating gemacht.

Clean Eating Prinzipien

Egal wer über Clean Eating schreibt, bei allen tauchen immer wieder die gleichen oder ähnliche Prinzipien auf:

  • mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt essen (zwischen 5 und 6 Mahlzeiten)
  • natürliche und unverarbeitete Lebensmittel essen (auf die Zutatenliste achten)
  • jeden Tag frühstücken (am besten innerhalb einer Stunde nach dem Aufstehen)
  • viel Wasser trinken (2 – 3 Liter pro Tag)
  • Mahlzeiten aus komplexen Kohlenhydraten, Ballaststoffen, Eiweiß und gesunden Fetten zusammenstellen
  • angemessene Portionsgrößen wählen / auf Hungergefühl achten, keine Kalorien zählen
  • wenn Fleisch und Fisch gegessen wird, auf artgerechte Haltung achten
  • selber kochen und sich jeden Tag eine Lunchbox mit cleanem Essen richten

Clean Eating bedeutet übersetzt ja so viel wie „sauberes, reines Essen“. Das heißt, man isst so unverarbeitete und natürliche Lebensmittel wie möglich. Die Ernährung setzt sich aus frischem Gemüse und Obst, Nüssen, Vollkorngetreide, Kräutern, Eier, Fisch und Fleisch zusammen. Eigentlich alles, was in seiner Urform verfügbar ist und nicht durch die Industrie verarbeitet wurde.

Was darf ich nicht beim Clean Eating?

Beim Clean Eating verzichtet man auf industriellen Zucker, Fastfood, Süßgetränke, Weißmehl, künstliche Lebensmittel (Käse auf der Pizza, der kein Käse ist), Alkohol und riesige Portionen. Die Zutatenliste von Lebensmitteln wird genaustens unter die Lupe genommen, so können irreführende Angaben auf der Verpackung entlarvt werden. Wer berufstätig ist, packt sich eine Lunchbox mit gesundem und cleanem Essen. Wenn man sich nach diesen Prinzipien ernährt, nimmt man in der Regel auch automatisch ab.

Welche Prinzipien ich umsetze

Ich halte mich nicht jeden Tag zu einhundert Prozent an alle Prinzipien. Ich halte mich an das Motto von Kristin Woltmann: „So gesund und natürlich wie möglich, so oft wie es geht.“ Denn ich habe die Erfahrung gemacht, dass schon kleine Änderungen in den persönlichen Gewohnheiten eine große Wirkung haben können. Bei uns Zuhause gibt es zum Beispiel schon lange nur noch Vollfett-Naturjoghurt, Selbstgekochtes, meine tägliche Lunchbox für die Arbeit, keine Fertigsoßen und sonstige Fertiggerichte, Vollkornnudeln und neu auch alkoholfreies Bier. Wir haben nach und nach unseren Einkauf umgestellt. Wenn möglich kaufe ich Obst und Gemüse frisch vom Markt und auch Eier bekommen wir von einem Bauern bei uns um die Ecke. Wenn wir mal Fleisch essen, was bei uns selten vorkommt, holen wir es vom Metzger aus der Region.

Aufgrund meines Blutzuckerspiegels bin ich kein Freund vom Essen von mehreren kleinen Portionen über den Tag verteilt. Ich esse, wenn ich Hunger habe und gönne meinem Körper zwischendurch mehrstündige Pausen ohne Nahrung. So kann er nach und nach auch verarbeiten, was ich ihm so zuführe. Genauso wenig bin ich auch ein Freund vom Pflichtfrühstück am Morgen. An einem kalorienreichen Tag, esse ich nur ein bisschen Obst oder lasse mein Frühstück oft ganz ausfallen. Wenn ich Frühdienst habe, starte ich meist ohne Frühstück in den Tag und hole das dann in meiner Pause um halb elf nach. Ich habe bei mir noch keinen Unterschied in der Leistungsfähigkeit festgestellt, ob mit oder ohne Frühstück. Weil ich viel unterwegs bin und es immer mal wieder Ausnahmen bei mir gibt, bin ich ein Fan vom Kalorienzählen. Durch mein jahrelanges Essen von zu großen Portionen, gelingt es mir nur schwer auf mein Sättigungsgefühl zu achten. Auch deshalb ist Kalorienzählen für mich einfach perfekt. So schaffe ich es, ein gesundes Maß zu halten und auf meinem Weg zum Traumgewicht zu bleiben.

Du bist was du isst

An diesem Satz ist so viel wahres dran! An Tagen an denen ich es schaffe, mich komplett clean zu ernähren, fühle ich mich viel energiegeladener. Durch das Weglassen von Zucker sind meine Stimmungsschwankungen verschwunden und Heißhunger auf Süßes ist eine Seltenheit geworden. Tosca Reno verspricht in ihrem Buch viele weitere positive Körperveränderungen, zum Beispiel funkelnde Augen, gesündere Zähne oder reinere Haut. Ich denke es muss jeder für sich testen, ob das bei ihm eintrifft oder nicht. Ich habe bei mir noch nicht darauf geachtet und kann deshalb nichts dazu sagen.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich das Prinzip vom Clean Eating einfach super finde. Selber kochen und neue Rezepte ausprobieren ist zu meinem liebsten Hobby geworden und ich kann Stunden in der Küche verbringen. Natürliche und frische Lebensmittel schmecken so viel besser als industriell verarbeitete Fertigprodukte. Wer einmal eine Tomatensoße mit frischen Kräutern und sonnengereiften Tomaten selbst zubereitet hat, greift nicht mehr zur Fertigsoße aus dem Glas. Clean Eating ist für mich keine Diät, sondern ein Ernährungsprinzip, welches ich mein Leben lang durchhalten kann und das meinen Körper gesund hält. Ich habe mir aus allen Ernährungsformen die ich durch Selbstversuche, Vorträge oder Literatur kenne, meine persönliche Ernährungsform gebastelt. Und die kommt ziemlich nah ans Clean Eating heran.

Probier es doch einfach mal aus, bereite dir heute Abend mal ein komplett selbst gekochtes Mahl zu. Nimm dir Zeit um die Zutatenliste deiner Vorräte zu checken. Würde deine Oma das noch als Lebensmittel erkennen? Und denk daran, auch kleine Veränderungen können eine große Wirkung haben, du musst nur damit anfangen!

 

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